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Peter Hogenkamp

Peter Hogenkamp, 44, ist Leiter Digitale Medien bei der NZZ-Mediengruppe (Flaggschiff: die „Neue Zürcher Zeitung“). Hogenkamp ist bei der NZZ-Mediengruppe seit August 2011 Mitglied der Unternehmensleitung. Peter Hogenkamp war über zehn Jahre lang selbständiger Internet-Unternehmer.

 

Warum nutzen Sie Twitter?

Aus diversen Gründen. Als Nachrichtenquelle, zum Zeitvertreib, um Stimmungen aufzunehmen, als Feedbackkanal in beide Richtungen, also um selbst Dinge loszuwerden, aber auch Reklamationen entgegen zunehmen. Als Supportkanal. Und so weiter, die Liste liesse sich noch fortsetzen.

 

Wie viel Zeit investieren Sie jeden Tag in Twitter?

Keine Ahnung, extrem unterschiedlich. Ich empfinde es aber gar nicht als Investment, weil ich Twitter in der Regel in den Lücken nutze. In der Zeit, in der ich aufs Tram warte, kann ich eh nicht viel anderes machen.

 

Schreiben Sie selbst oder lesen Sie nur?

Ich schreibe auch, von Anfang an. Ich folge allerdings zu vielen Leuten, um alles zu lesen.

 

Wie binden Sie Twitter in Ihren Arbeitsalltag ein?

Ich nutze es vor allem in Arbeitspausen. Oder beim "Taskswitching". Zwischen zwei Mails oder zwei Sitzungen schaue ich manchmal NZZ.ch, manchmal Spiegel Online, manchmal Facebook, manchmal Twitter. 

 

Setzen Sie Twitter auch mobil ein oder schreiben Sie nur am Rechner?

Deutlich mehr mobil als am Rechner. Wobei mobil auch heißen kann, dass ich auf dem Sofa liege und der Konversation vom Tatort oder zur Champions League folgen will. Wenn zum Beispiel beim 3:0 von Deutschland gegen Kasachstan der Reporter tut, als sei das Ergebnis eine Katastrophe, finde ich Trost bei Twitter von Leuten, die auch schreiben: "Spinnt der?"

 

Haben Sie sich für die Nutzung klare Zeitvorgaben gesetzt?

Nein, aber ich brauche auch keine. Twitter ist aber alles andere als ein Zeitfresser in meinem Alltag, ich habe da keinen Schmerz. Und ich vermisse es auch nicht, wenn ich mal 24 Stunden lang gar nicht drauf schaue.

 

Wonach entscheiden Sie, welchen anderen Twitterern Sie folgen?

Nach vermuteter Relevanz oder Sympathie. Jemand schreibt etwas Nettes, etwas Kluges, etwas Liebes, und dann denke ich, mit dem möchte ich in Kontakt bleiben. Leider unfollowe ich fast nie, so dass ich mehr Leuten folge, als ich lesen könnte.

 

Wie hat Twitter Ihnen schon einmal bei Ihrer Arbeit geholfen?

Schon Dutzende Male. Wenn man mal die kritische Masse erreicht hat, kann man fast alles fragen und bekommt fast immer mindestens eine kluge Antwort.

 

Was unterscheidet in Ihren Augen Twitter und Facebook?

Die Zielgruppe und die Themen. Facebook ist viel breiter und viel beliebiger. Twitter kommt mir kompakter vor. Außerdem nervt mich bei Facebook der Filter-Bubble-Effekt. Ich habe das Gefühl, ich höre immer nur von den gleichen paar Dutzend Leuten, und die Gewichtung, die Facebook für mich macht, deckt sich nicht mit meiner. 

 

Was war der beste Tipp, den Sie über Twitter erhalten haben?

Das beste war, dass ich mal über Twitter gefragt habe, ob mir jemand drei Ikea-Billy-Regale aufbauen mag, natürlich gegen Bezahlung. Ich habe sofort jemanden gefunden, der gleich am am nächsten Morgen kam und das schnell und super gemacht hat. Ein Traum. 

 

Die Fragen an Peter Hogenkamp stellte Bülend Ürük.