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Klaus Schrage

Klaus Schrage, geboren 1958, ist Journalist und seit 2002 Sprecher der Journalistengewerkschaft dju Mittelfranken. Seit Dezember 2012 ist er Betriebsratsvorsitzender der "Nürnberger Nachrichten". In seinem Blog Hirndübel kümmert er sich um abseitige Nachrichten.

 

Warum nutzen Sie Twitter?

Als Journalist, wie auch als Betriebsratsvorsitzender eines Medienhauses interessiere ich mich grundsätzlich für neue beziehungsweise zeitgemäße Kommunikationsformen. Ich nutze Twitter auch als Marketinginstrument für das Verbreiten eigener Artikel oder Inhalte. 

 

Wie viel Zeit investieren Sie jeden Tag in Twitter?

Das ist ganz verschieden. Im Durchschnitt dürfte es eine knappe Stunde sein. Bei entsprechenden Ereignissen oder Themen kann es mehr werden. An manchen Tagen bin ich ganz draußen.

 

Schreiben Sie selbst oder lesen Sie nur?

Ich bin ganz überwiegend ein Sender. Wobei ich natürlich auch auf Beiträge anderer Leute antworte.

 

Wie binden Sie Twitter in Ihren Arbeitsalltag ein?

Ich twittere hauptsächlich in meiner Freizeit. Im Arbeitsalltag läuft Twitter quasi im Hintergrund mit. Ich schaue, was zu einem Thema gibt oder was bestimmte Personen gesendet haben. Ich verschicke aber auch gerne spontane Geistesblitze.

 

Setzen Sie Twitter auch mobil ein oder schreiben Sie nur am Rechner in der Redaktion?

Mobiles Twittern gehört für mich unbedingt dazu.

 

Haben Sie sich für die Nutzung klare Zeitvorgaben gesetzt?

Nein, das wäre auch abwegig. Es kommt doch immer sehr auf sonstige Aufgaben, auf die Ereignisse und auf die Tagesform in Sachen Kreativität an. 

 

Wonach entscheiden Sie, welchen anderen Twitterern Sie folgen?

Das passiert oft völlig ungeplant. Wenn ich neue Follower sehe, schaue ich mir die an. Manchmal folge ich anderen, weil mir eine Antwort auf einen meiner Tweets gefallen hat. Stark interessieren mich Accounts, die mit Journalismus, Gewerkschaften und Politik zu tun haben. Letzteres vor allem, wenn ich ehrenamtlich für die dju twittere.

 

Wie hat Twitter Ihnen schon einmal bei Ihrer Arbeit geholfen?

Es ist eine Möglichkeit, um „gewinnbringend“ zu berichten und viele Reaktionen zu bekommen. Am lustigsten war das bei einem Besuch der twitternden Familienministerin Kristina Schröder in Nürnberg. Ich hatte längst alle wesentlichen Aussagen gepostet, als der Pressereferent die Printkollegen ermahnte, dass Zitate autorisiert werden müssten. Meine Tweet-Berichte vom dju-Journalistentag haben jeweils mehrere Dutzend neue Follower gebracht.

 

Was unterscheidet in Ihren Augen Twitter und Facebook?

Facebook ist konkreter. Man weiß besser, mit wem man es zu tun hat. Es eignet sich besser zur gezielten Recherche und zur Ansprache von Zielgruppen. Twitter ist flüchtiger, zufälliger, aber oft auch origineller. Beruflich kann man es nur dann erfolgreich nutzen, wenn man weiß, was ein Hashtag ist.

 

Was war der beste Tipp, den Sie über Twitter erhalten haben?

Oh Himmel, welche Frage. Ich kann das nicht sagen, weil ich Twitter ganz unterschiedlich nutze. Ich könnte auch sagen, dass sich die Flüchtigkeit des Mediums auf mein Gedächtnis übertragen hat. Ich bleibe also die klare Antwort schuldig und halte es mit einem Satz, den Juristen gerne verwenden: „Kommt drauf an.“

Die Fragen an Klaus Schrage stellte Bülend Ürük.